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Ich bin ein Couch-Gitarrist, der leidenschaftlich, regelmäßig und gerne Gitarre spielt. Gelegentlich spiele ich für Freunde und auf Vernissagen. Leider bin ich etwas schüchtern. Immerhin spiele ich fast täglich. Mein Beruf als freier Mediengestalter verschafft mir Freizeit, die ich zum Musizieren nutze. Ein paar Aufnahmen habe ich auch produziert. Wer es mag, kann es hören. Meistens spiele ich zu meinem eigenen Vergnügen.

Ich bin froh, dass es Gitarristen gibt, die mich inspirieren. Peter Autschbach ist ein Gitarrist, der das kann. Er ist enorm produktiv und aktiv. Erst hat er Musik studiert, dann war er Schüler von Joe Pass. Er war in vielen Bands unterwegs und hat mit anderen prominenten Musikern wie Barbara Dennerlein oder Ralf Illenberger zusammengearbeitet. Er schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Akustik-Gitarre von Peter Finger. Wer in seiner Nähe wohnt, kann auch Unterricht nehmen. Neben seinen hörenswerten CDs und zahlreichen Studioproduktionen finde ich besonders seine Schulen und Songbücher erwähnenswert.

Warum ist das so? Autschbach ist produktiv und vertritt einen sehr pragmatischen Ansatz. Er ist vielseitig und legt wert auf Stilistik. Er spielt akustisch und elektrisch. Seine musikalische Bandbreite reicht von Rock, über Pop, bis zu Jazz, Folk und Klassik. Diese Vielfalt findet man in seinen Büchern wieder. Vor allem legt er Wert darauf, dass man seine Arrangements und Ideen umsetzen kann. Man muss nicht seinen Unterricht besuchen, um von ihm zu lernen. Seine Ideen und Konzepte sind nachvollziehbar und für einen Gitarristen mit etwas Erfahrung lehrreich. Er vermittelt Spieltechnik und Musikalität.

Ein gutes Beispiel ist das Songbuch „On Stage“. Jedes Stück repräsentiert einen Stil oder einen Gitarristen. Die musikalische Bandbreite reicht von Joe Pass, über Tommy Emmanuel, bis zu Miles Davis, Pat Metheny und Baden Powell. Jedes Stück ist sowohl ein Arrangement, das man nachspielen kann, wie ein Konzept, auf dem man aufbauen kann und das man variieren und erweitern kann. Es geht also beim Spielen nicht um die bloße Wiederholung, sondern um das Verständnis. Jedes Arrangement beinhaltet auch die Idee für neue Stücke.

Ich bin erst bei der Hälfte des Buchs angekommen und weiß natürlich noch nicht, ob ich die beiden Transkriptionen von Joe Pass schaffe, die er diesem Buch beigelegt hat. Aber schon „Blues für Joe“ war eine Offenbarung. Seitdem ich das Stück kenne, spiele ich leidenschaftlich gerne Swing und Blues. Und es wird immer besser.

Ich bin froh, dass es Musiker wie Peter Autschbach gibt, die auf der Bühne und als Pädagoge ihre Qualität entfalten. Anhand seiner Bücher kann man spielen lernen und sich entwickeln. Außerdem sind seine CDs sehr hörenswert und zeigen eine Musikerpersönlichkeit, deren ganzes Streben und Spielen auf der Idee beruht, alles darzustellen, was man mit der Gitarre ausdrücken kann.

Leider lebe ich tief im Süden und bin nicht in der Lage, seine Konzerte zu besuchen. Ich bin froh, dass er seine Ideen und Konzepte ständig veröffentlicht. Er kann sich darauf verlassen, dass ich nach und nach alle CDs und Books kaufe, die ich bekommen kann. Ich kann seine Arbeit nur weiter empfehlen. Das einzige, was ich an ihm kritisiere, ist sein Haarschnitt.

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