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Jeder Mensch durchläuft eine Phase, in der er sich fragt, was das ganze menschliche Tun und Treiben eigentlich soll. Die meisten tun das in der Pubertät, andere kommen ihr Leben lang nicht davon los und fragen sich immer wieder nach dem Sinn des Lebens. Meistens steckt hinter dieser Frage die Sehnsucht nach etwas Höherem und Verbindlichen. Sie ist die Suche nach einer Richtschnur und einem Orientierungspunkt, einem Ziel oder einer dauerhaften Idee, der man einfach folgen muss, um zum Ziel zu kommen.

Das Leben meint aber nur sich selbst. Es will ganz einfach gelebt werden und dauert, solange das möglich ist. Das ist für den Sinnsucher nicht immer einfach. Zunächst klingt das nach Nihilismus. Wer aber am Leben verzweifelt, vergisst, dass Leben alles ist und der Tod einfach nichts. Wir haben nur die Freiheit der Bemühung gut zu leben. Was erstrebenswert ist, lässt sich nicht ein für alle Mal oder für alle beantworten. Was dem einen wichtig erscheint, lässt den anderen kalt. Je älter man wird, desto stärker vereinzelt man sich. Gut und richtig ist, was der Einzelne entscheidet. Allenfalls Frieden und ein gewisser Wohlstand lassen sich als Prinzipien kollektiven Glücks definieren, aber auch hier gibt es – leider – Ausnahmen.

Wer die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt, fragt sich meist auch, wer er ist. Aber auch die Existenz meint nur sich selbst. Du bist, was du tust. Also ist es wichtiger etwas zu tun, als darüber nachzudenken, was man tun möchte oder könnte. Wer sich nicht sicher ist, sollte einfach das Naheliegende tun. Meist ist es gut, was man tut, mit Hingabe und Sorgfalt zu tun, wenn es die Umstände zu lassen. Wer viel tut, beantwortet mit jeder Entscheidung und jeder Tat auch ein wenig die Frage nach dem Sinn des Lebens. Wer nur verharrt und hadert, verliert den Sinn aus den Augen.

Mit zunehmendem Alter und Erfahrung ist die Frage nach dem Sinn des Lebens weniger bohrend. Es ist gut die Frage in Relation zum Erreichten und zum Möglichen zu setzen. Allmählich geht es weniger um die Leistung oder das Glück, sondern um das Erfreuliche. Wer Dinge immer wieder tut und dabei Befriedigung erfährt, hat seinen Lebenssinn schon gefunden. Die Freude am Dasein ist wichtiger, als der Sieg, die Niederlage, das Leid oder das Glück. Insofern ist Lachen besonders Erkenntnis stiftend. Wer seinen Humor behält, hat auch einen Lebenszweck, sofern er seine Würde nicht verliert.

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