Ich wollte ein Gedicht über den Lebensmitteleinzelhandel schreiben, das die Gefühle im Alltag wieder gibt jenseits der euphorisierenden Versprechen der Werbung.

memomedien

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Dort findest du ein Brot
für fünfundachtzig Cent.
Der Rest ist fertig abgepackt
und liegt in den Regalen.

Und an der Kasse sitzt die Frau,
die du in deinen Träumen liebst.
Doch manchmal musst du warten,
bis sie den Barcode liest.

Doch nicht zu schnell.
Erst findest du den Parkplatz
für das unbezahlte Auto
und dann den Einkaufswagen,

pfandgeschützt. Und nach
der Schiebetür den Alkohol,
der überall zu wachsen scheint.
Dann kommt das Brot.

Die Trockenwaren und das Wasser
voll Zucker und Geschmack,
doch früher hieß es Limonade.
Und dann der ganze Rest.

Es ist so passend, dass der Senf
und die Gewürze über den Truhen
kühl voll Fleisch und Fischen
steht. Und vorne an der Kasse

das Gemüse, denn das Gesunde kommt
zuletzt, weil du zu müde bist
zum Kochen. Dazwischen liegt zu
viel und bequem das Angebot.

Du wirst schon finden, was du
brauchst, nach einem tauben Tag.

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